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BewerbungsSchreiber16 Min. LesezeitVeröffentlicht: 19. April 2026

Anschreiben Muster 2026: Bewerbung Vorlage gratis (Word, PDF) + 7 Beispiele

Von der BewerbungsSchreiber Redaktion·Geprüft auf Rechtsstand 2026
Anschreiben Muster auf Schreibtisch mit Stift und Lebenslauf, bereit zur Bewerbung 2026

Was ist das DIN 5008-2020 Format und warum ist es Pflicht?

Das DIN 5008-Format ist der offizielle deutsche Schreib- und Gestaltungsstandard für Geschäftsbriefe — und damit auch für Bewerbungsanschreiben. Die aktuelle Version stammt aus dem Jahr 2020 und legt fest, wie ein formelles Anschreiben aufgebaut, formatiert und positioniert sein muss.

Warum ist das wichtig? Weil Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen ein Anschreiben, das nicht dem DIN 5008-Standard entspricht, sofort als unprofessionell wahrnehmen — auch wenn der Inhalt gut ist. Die Norm ist so tief in der deutschen Bürokultur verwurzelt, dass Abweichungen als Nachlässigkeit oder fehlende Fachkenntnis interpretiert werden.

Die wichtigsten DIN 5008-Vorgaben im Überblick:

  • Schriftgröße: 11–12 Punkt für den Fließtext (Arial, Times New Roman oder ähnliche Schriften)
  • Zeilenabstand: 1,0 bis 1,15 (kein doppelter Zeilenabstand)
  • Seitenränder: Links 2,5 cm, rechts 2,0 cm, oben 2,0 cm, unten 2,0 cm
  • Briefkopf: Deine Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefon, E-Mail) oben links oder zentriert
  • Empfängeradresse: Exakt im Adressfenster positioniert (beginnend ca. 4,5 cm vom oberen Rand)
  • Datum: Rechtsbündig, ausgeschrieben: „19. April 2026" — kein „19.04.2026"
  • Bezugszeile: Fettgedruckt, ohne das Wort „Betreff:"
  • Anrede: Eine Leerzeile Abstand zum Betreff, gefolgt von einer weiteren Leerzeile vor dem ersten Absatz
  • Grußformel: „Mit freundlichen Grüßen" — darunter 3–4 Zeilen Abstand für die handschriftliche Unterschrift (oder digitale Signatur)
  • Anlagenverzeichnis: Unter der Unterschrift mit dem Hinweis „Anlage:" oder „Anlagen:"

Die Norm unterscheidet außerdem zwischen zwei Schreibweisen: Form A (ohne Leerzeilen zwischen den Absätzen, mit Einzug in der ersten Zeile) und Form B (mit Leerzeile zwischen Absätzen, ohne Einzug). Für Bewerbungen ist Form B üblich und empfohlen — sie wirkt moderner und ist leichter zu lesen.

Der perfekte Anschreiben-Aufbau: 5 Absätze, die überzeugen

Ein professionelles Anschreiben folgt immer derselben Fünf-Absatz-Struktur. Jeder Abschnitt hat eine klare Aufgabe. Wenn einer davon fehlt oder zu kurz geraten ist, leidet die Gesamtwirkung.

Absatz 1: Einleitung (das Interesse wecken)

Der erste Satz entscheidet, ob dein Anschreiben weitergerlesen wird. Er darf nicht mit „Hiermit bewerbe ich mich..." beginnen — das ist der meistverwendete und gleichzeitig langweiligste Einstieg. Personalverantwortliche lesen diesen Satz dutzendmal am Tag.

Besser: Beginne mit einem konkreten Bezug auf das Unternehmen, eine aktuelle Situation in der Branche oder eine direkte Aussage über deine Qualifikation.

Beispiel statt Standardeinstieg:
Statt: „Hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle als Projektmanager."
Besser: „Drei abgeschlossene IT-Projekte im öffentlichen Sektor und ein Team von acht Personen — das ist mein bisheriger Track Record als Projektmanager."

Absatz 2: Motivation (warum dieses Unternehmen?)

Hier erklärst du, warum du dich bei diesem Unternehmen und auf diese Stelle bewirbst. Wichtig: Es muss konkret sein. „Ihr Unternehmen ist sehr bekannt und ich möchte in einem erfolgreichen Team arbeiten" ist inhaltsleer. Recherchiere das Unternehmen vorher und beziehe dich auf etwas Spezifisches: ein Produkt, ein Projekt, eine Auszeichnung oder eine Unternehmensstrategie.

Beispiel für einen konkreten Motivationssatz:
„Besonders Ihr kürzlich vorgestelltes Nachhaltigkeitsprogramm zeigt mir, dass Ihnen langfristiges Denken wichtig ist — ein Wert, den ich in meiner Arbeit als Umweltingenieurin selbst verfolge."

Absatz 3: Qualifikationen (was bringst du mit?)

Das Herzstück des Anschreibens. Hier belegt du, dass du die im Stellenangebot genannten Anforderungen erfüllst — aber nicht mit einer langen Liste, sondern mit gezielten Beispielen. Nenne zwei bis drei konkrete Qualifikationen und verknüpfe sie direkt mit den Anforderungen der Stelle.

Wichtig: Wiederhole nicht einfach deinen Lebenslauf. Das Anschreiben soll erklären, was die Zahlen und Stationen im Lebenslauf bedeuten.

Beispiel:
„Im Rahmen meiner aktuellen Position als Teamleiterin habe ich die Kundenzufriedenheit um 22 % gesteigert — durch systematisches Feedback-Management und eine Neustrukturierung unserer Serviceprozesse. Diese Erfahrung möchte ich bei Ihnen einbringen."

Absatz 4: Soft Skills und Persönlichkeit

Hier zeigst du, wer du als Person bist und wie du arbeitest. Nenne nicht einfach Eigenschaften wie „teamfähig" oder „kommunikativ" — das schreibt jeder. Zeig stattdessen ein konkretes Beispiel oder eine kurze Geschichte, die deine Persönlichkeit illustriert.

Beispiel:
„Wenn ein Projekt in eine unerwartete Richtung läuft, ist meine erste Reaktion: Ruhe bewahren und das Team zusammenrufen. In meinem letzten Job haben wir so eine drohende Lieferverzögerung gemeinsam in drei Tagen gelöst — und den Kunden sogar frühzeitig informiert."

Absatz 5: Abschluss, Gehaltsvorstellung und Call to Action

Der letzte Absatz hat drei Aufgaben: abschließen, Gehaltsvorstellung nennen (wenn verlangt) und zum nächsten Schritt einladen. Vermeide schwache Formulierungen wie „Ich würde mich freuen, wenn Sie mich einladen würden." Zeige stattdessen Eigeninitiative.

Beispiel:
„Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 62.000 Euro brutto jährlich. Gerne stelle ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch dar, wie ich zur Weiterentwicklung Ihres Teams beitragen kann — ich freue mich auf Ihre Rückmeldung."

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Das AIDA-Prinzip im Anschreiben anwenden

AIDA steht für Attention, Interest, Desire, Action — ein klassisches Kommunikationsmodell aus dem Marketing, das sich perfekt auf Bewerbungsanschreiben anwenden lässt. Die meisten erfolgreichen Anschreiben folgen unbewusst diesem Prinzip.

  • Attention (Aufmerksamkeit): Dein erster Satz muss aus der Masse herausstechen. Personalverantwortliche lesen täglich 50–100 Anschreiben. Du hast maximal drei Sekunden, um Interesse zu wecken. Ein ungewöhnlicher Einstieg, eine konkrete Zahl oder eine direkte Ansprache des Problems, das du lösen kannst, erzeugt diese Aufmerksamkeit.
  • Interest (Interesse): Sobald du die Aufmerksamkeit hast, musst du sie halten. Das gelingt durch einen klaren Bezug auf das Unternehmen und die Stelle — nicht mit Allgemeinplätzen, sondern mit Substanz. Der Leser denkt: „Das klingt, als wäre die Person wirklich informiert."
  • Desire (Verlangen): Hier belegst du deine Qualifikationen mit konkreten Erfolgen. Du erzeugst das Verlangen, dich kennenzulernen, weil du zeigst, was du beitragen kannst — nicht nur, was du kannst. Der Unterschied: „Ich habe Erfahrung im Bereich Vertrieb" (kein Verlangen) vs. „Ich habe in meiner letzten Stelle den Umsatz in meinem Bereich um 18 % gesteigert" (Verlangen).
  • Action (Handlung): Der letzte Absatz lädt aktiv zum nächsten Schritt ein. Du sagst explizit, dass du dich auf ein Gespräch freust und — wenn verlangt — nennst du deine Gehaltsvorstellung. Ein starker Abschluss endet nicht mit einer Frage, sondern mit einer Aussage.

Das AIDA-Prinzip ist kein starres Schema, das du Satz für Satz ausfüllen musst. Es ist eine Logik, die du im Kopf haben solltest, wenn du dein Anschreiben überarbeitest: Ist jedes der vier Elemente vorhanden? Trägt jeder Absatz zu einem dieser Ziele bei?

7 Anschreiben-Muster nach Situation und Branche

Es gibt nicht das eine perfekte Anschreiben-Muster, das für alle Situationen funktioniert. Je nach Kontext brauchst du einen anderen Ton, eine andere Struktur und andere Schwerpunkte. Hier sind sieben Muster für die häufigsten Bewerbungssituationen.

Muster 1: Bewerbung nach Stellenanzeige (Standardfall)

Das ist der häufigste Fall: Eine Stelle ist ausgeschrieben, du erfüllst die Anforderungen und bewirbst dich. Hier solltest du die wichtigsten Schlagwörter aus der Stellenanzeige aufgreifen — damit zeigst du, dass du die Anforderungen verstanden hast. Beziehe dich direkt auf die genannten Aufgaben und erkläre, wie deine bisherige Erfahrung dazu passt.

Einleitungsbeispiel:
„Ihre Ausschreibung vom 15. April 2026 hat mich sofort angesprochen — besonders die Kombination aus eigenverantwortlicher Projektarbeit und direktem Kundenkontakt entspricht genau meinem Arbeitsstil der letzten fünf Jahre."

Muster 2: Initiativbewerbung

Du bewirbst dich ohne konkrete Stellenausschreibung, weil du das Unternehmen gezielt für deine Karriere ausgewählt hast. Das ist mutiger — und wird oft belohnt, weil die Konkurrenz geringer ist. Wichtig: Begründe klar, warum genau dieses Unternehmen. Ohne spezifischen Bezug wirkt eine Initiativbewerbung wie eine Massenbewerbung.

Einleitungsbeispiel:
„Seit ich vor zwei Jahren Ihren Vortrag auf der Digital-X gelesen habe, verfolge ich die Entwicklung Ihres Unternehmens im Bereich KI-gestützter Prozessautomatisierung. Ich bewerbe mich initiativ — weil ich überzeugt bin, dass meine Expertise als Data Engineer genau in Ihre aktuelle Wachstumsphase passt."

Muster 3: Praktikumsbewerbung

Bei einer Praktikumsbewerbung hast du oft noch keine oder wenig Berufserfahrung. Das ist völlig normal — Arbeitgeber wissen das. Schwerpunkt sollte auf deiner Motivation, deinem bisherigen Lernweg (Studium, Kurse, Projekte) und dem liegen, was du lernen möchtest. Zeige, dass du bereit bist, aktiv beizutragen — auch als Praktikant.

Einleitungsbeispiel:
„Im Rahmen meines Bachelorstudiums der Wirtschaftsinformatik suche ich ab Juni 2026 ein Praktikum, das mir Einblick in agile Softwareentwicklung im realen Unternehmensumfeld gibt — und Ihre Arbeit an skalierbaren E-Commerce-Lösungen fasziniert mich seit dem Semester-Projekt, in dem ich mich intensiv damit beschäftigt habe."

Muster 4: Ausbildungsbewerbung

Für Schulabgänger ist das Anschreiben die wichtigste Möglichkeit, Persönlichkeit zu zeigen — weil der Lebenslauf noch nicht viel hergibt. Erkläre, warum du diesen Ausbildungsberuf gewählt hast, welche Erfahrungen (Praktika, Hobbys, Projekte) dich darauf vorbereitet haben, und was du dir von der Ausbildung erhoffst. Authentizität ist hier wertvoller als polierte Formulierungen.

Einleitungsbeispiel:
„Seit ich in der 9. Klasse beim Schülerpraktikum in einer Kfz-Werkstatt zum ersten Mal ein Fahrzeugdiagnoseprotokoll gelesen habe, weiß ich: Ich will Kfz-Mechatroniker werden. Ihre Ausbildungsstelle bietet mir genau die Kombination aus technischem Fundament und modernen Fahrzeugsystemen, die mich begeistert."

Muster 5: Quereinsteiger-Bewerbung

Du wechselst aus einem anderen Berufsfeld in eine neue Branche. Die größte Herausforderung: Überzeuge den Leser davon, dass deine bisherige Erfahrung — auch wenn sie anders ist — ein echtes Asset ist. Betone transferierbare Fähigkeiten und erkläre deine Motivation für den Wechsel klar und positiv (nicht als Flucht vor etwas, sondern als bewusste Entscheidung für etwas).

Einleitungsbeispiel:
„Zehn Jahre als Lehrerin haben mir beigebracht, wie man komplexe Inhalte für verschiedene Zielgruppen aufbereitet, wie man unter Druck strukturiert arbeitet und wie man Menschen motiviert. Diese Fähigkeiten bringe ich jetzt in eine neue Richtung: als UX-Writerin mit dem Fokus auf verständliche digitale Produkte."

Muster 6: Berufswechsel innerhalb derselben Branche

Du kennst die Branche gut, wechselst aber die Funktion — zum Beispiel vom Vertriebsmitarbeiter zum Vertriebsleiter oder vom Redakteur zur Content-Strategin. Hier ist es wichtig, die neue Rolle klar zu adressieren und zu zeigen, dass du nicht nur die bisherige Funktion gut konntest, sondern auch die neue ausfüllen wirst.

Einleitungsbeispiel:
„Vier Jahre lang habe ich im Außendienst Unternehmen überzeugt, neue Softwarelösungen einzuführen. Jetzt möchte ich das, was ich dabei gelernt habe, an ein Team weitergeben — als Vertriebsleiter, der nicht nur Zahlen managed, sondern Verkäufer entwickelt."

Muster 7: Interne Bewerbung

Du bewirbst dich auf eine Stelle im eigenen Unternehmen. Das ist eine besondere Situation: Du kennst die Strukturen, bist bereits bekannt und hast einen Vertrauensvorschuss — aber auch eine höhere Erwartungshaltung. Erkläre klar, warum du für diese Rolle bereit bist und welchen Mehrwert du als interne Kandidatin gegenüber externen Bewerbern bietest.

Einleitungsbeispiel:
„Zwei Jahre in der Marketingabteilung haben mir nicht nur gezeigt, wie Ihre Kommunikationsstrategie funktioniert — sie haben mir auch den Wunsch gegeben, sie aktiv weiterzuentwickeln. Ich bewerbe mich auf die Position als Marketing-Managerin, weil ich glaube, dass internes Wissen und ein frischer Blick auf die Struktur die Kombination ist, die die Abteilung jetzt braucht."

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Tonalität nach Branche: Was funktioniert wo?

Der Ton deines Anschreibens sollte zur Branche und zum Unternehmen passen. Ein kreatives Anschreiben für eine Stelle in einer Unternehmensberatung kann genauso fehl am Platz sein wie ein sehr formales Anschreiben bei einem Startup. Die folgende Tabelle gibt dir eine erste Orientierung.

Branche Empfohlene Tonalität Dos Don'ts
Tech / IT Direkt, klar, lösungsorientiert Konkrete Technologien nennen, messbare Ergebnisse, Stack erwähnen Allgemeinplätze wie „digitale Zukunft", unnötige Formalität
Bank / Finanzen Förmlich, präzise, strukturiert Zahlen, regulatorisches Wissen, Genauigkeit betonen Zu locker, Anglizismen ohne Kontext, fehlende DIN 5008
Marketing / Kreativ Lebendig, eigenständig, kreativ Eigene Stimme zeigen, Portfolio erwähnen, Kampagnen-Erfolge Generische Formulierungen, zu viel Eigenlob ohne Beleg
Pflege / Gesundheit Empathisch, zuverlässig, menschlich Patientenorientierung, Teamarbeit, praktische Erfahrungen Distanzierte Sprache, zu viel Fachvokabular im Anschreiben
Handwerk / Technik Praktisch, direkt, bodenständig Konkrete Ausbildung, Zertifikate, Berufsjahre und Einsatzbereiche Übermäßige Ausschmückung, leere Soft-Skill-Floskeln
Verwaltung / Öffentlicher Dienst Formal, regelkonform, sachlich Bezug auf Stellennummer, korrekte Titel, Laufbahngruppe angeben Kreative Abweichungen vom Format, informelle Sprache
Bildung / Soziales Engagiert, wertegeleitet, reflektiert Pädagogische Haltung zeigen, Projektbeispiele, eigene Motivation Reine Qualifikationsliste ohne persönlichen Bezug

Die häufigsten Fehler im Anschreiben — und wie du sie vermeidest

Ein gutes Anschreiben zu schreiben ist schwierig. Aber die häufigsten Fehler sind bekannt und gut vermeidbar, wenn du sie kennst.

1. Standard-Floskeln und Phrasen

„Hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle", „Ich bin ein Teamplayer mit starker Kommunikationsfähigkeit", „Mit freundlichen Grüßen hoffe ich auf eine positive Rückmeldung" — diese Sätze hat jede Personalverantwortliche schon tausendmal gelesen. Sie sagen nichts über dich aus. Ersetze sie durch konkrete, persönliche Formulierungen.

Faustregel: Wenn du einen Satz nicht einem anderen Menschen zuordnen könntest — wenn er also genauso gut in 200 anderen Anschreiben stehen könnte — streiche ihn.

2. Fehlender Bezug zur Stelle und zum Unternehmen

Ein Anschreiben, das für jede Bewerbung gleich verwendet werden könnte, ist kein Anschreiben — es ist eine Vorlage ohne Substanz. Personalverantwortliche erkennen sofort, ob jemand das Unternehmen und die Stelle recherchiert hat oder ob ein Blindtext angepasst wurde. Minimum: den Unternehmensnamen korrekt schreiben und eine konkrete Eigenschaft des Unternehmens erwähnen.

3. Falsche Ansprechperson

„Sehr geehrte Damen und Herren" ist akzeptabel, wenn du wirklich keine Ansprechperson kennst. Aber meistens ist die zuständige Person auffindbar — in der Stellenanzeige, auf der Unternehmenswebsite, auf LinkedIn. Eine persönliche Anrede wie „Sehr geehrte Frau Müller" zeigt, dass du dir die Mühe gemacht hast.

Achtung: Achte auf das Geschlecht und die korrekte Schreibweise des Namens. Ein falscher Name oder ein falsch geschriebener Vorname hinterlässt sofort einen negativen Eindruck.

4. Rechtschreib- und Grammatikfehler

Ein Rechtschreibfehler im Anschreiben ist kein kleines Versehen — er kann eine sofortige Ablehnung auslösen, besonders für Stellen, bei denen schriftliche Kommunikation wichtig ist. Lass das Dokument nach dem Schreiben mindestens einmal auf einem anderen Gerät gegenlesen, nutze die Rechtschreibprüfung und bitte idealerweise eine andere Person, es zu überprüfen.

5. Ich-Häufung am Satzanfang

Fang nicht jeden Satz mit „Ich" an. Das klingt eintönig und selbstbezogen. Variiere den Satzbau: „Meine Erfahrung in der Projektkoordination...", „Als Teamleiterin mit drei Jahren Führungserfahrung...", „In meiner aktuellen Position habe ich..."

6. Anschreiben zu lang (mehr als eine Seite)

Ein Anschreiben, das mehr als eine DIN-A4-Seite umfasst, wird meistens nicht vollständig gelesen. Der Standard ist eine Seite. Wenn du merkst, dass du mehr schreibst, kürze konsequent: Lösche alles, was nicht direkt zur Stelle beiträgt. Weniger ist mehr.

7. Datum fehlt oder ist falsch

Das klingt trivial, aber es kommt regelmäßig vor: Das Datum fehlt, ist falsch formatiert oder zeigt das Datum eines früheren Bewerbungsentwurfs. Prüfe es immer kurz vor dem Versenden.

Gehaltsvorstellung richtig formulieren

Viele Jobsuchende scheuen sich davor, eine Gehaltsvorstellung zu nennen — weil sie befürchten, entweder zu hoch oder zu niedrig zu greifen. Aber wenn der Arbeitgeber explizit danach fragt, ist das Weglassen keine Option. Ein fehlendes Gehaltswunsch, obwohl verlangt, wird als mangelndes Selbstbewusstsein oder fehlende Vorbereitung interpretiert.

Wie du die richtige Zahl findest

Recherchiere das marktübliche Gehalt für die Position, die Region und dein Erfahrungsniveau. Gute Quellen dafür sind Gehaltsportale wie Gehalt.de, Stepstone Gehaltsreport oder kununu. Addiere dann einen kleinen Puffer (5–10 %), weil im Anschreiben genanntes Gehalt oft als Verhandlungsbasis gilt.

Formulierungsbeispiele für die Gehaltsvorstellung

Variante 1 (präzise): „Meine Gehaltsvorstellung für diese Position liegt bei 58.000 Euro brutto pro Jahr."

Variante 2 (mit Entwicklungsperspektive): „Ich orientiere mich an einer Vergütung von 62.000 bis 67.000 Euro brutto jährlich — abhängig vom Gesamtpaket und Entwicklungsmöglichkeiten."

Variante 3 (Berufseinsteiger): „Als Berufseinsteigerin orientiere ich mich am tariflichen Einstiegsgehalt, bin aber offen für ein Gespräch über die Konditionen."

Formuliere die Gehaltsvorstellung immer als Jahresbrutto — monatliche Angaben können missverständlich wirken, da Sonderzahlungen unklar bleiben.

Anschreiben-Länge: Wann ist eine Seite Pflicht, wann gibt es Ausnahmen?

Die klare Regel: Ein Anschreiben für eine Bewerbung in Deutschland umfasst genau eine DIN-A4-Seite. Das gilt für 95 % aller Bewerbungssituationen. Ausnahmen gibt es in sehr seltenen Fällen:

  • Hochschulbewerbungen / Stipendien: Hier wird oft ein Motivationsschreiben (2–3 Seiten) verlangt, kein klassisches Anschreiben. Das ist ein anderes Dokument.
  • Bewerbungen im akademischen Bereich (Professuren, Forschungsstellen): Hier sind längere Bewerbungsunterlagen üblich — aber auch hier gilt für das Anschreiben in der Regel maximal eine Seite. Das „Research Statement" oder „Statement of Purpose" ist ein zusätzliches Dokument.
  • Kreative Berufe mit Portfolio-Bewerbung: In seltenen Fällen wird ein kürzeres, visuell gestaltetes Anschreiben akzeptiert — aber auch hier sollte der Text-Teil nicht länger als eine Seite sein.

Wenn du merkst, dass dein Anschreiben deutlich kürzer als eine Seite ausfällt (zum Beispiel nur eine halbe Seite), ist das ebenfalls ein Problem. Es wirkt, als hättest du nicht genug zu sagen. Ziel ist eine gut gefüllte Seite — nicht brechend voll, aber auch kein Leerraum.

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Word oder PDF: Was du wann schickst

Diese Frage ist häufiger zu hören als man denkt. Die Antwort ist eigentlich simpel, aber es gibt Nuancen:

PDF ist der Standard

In den meisten Fällen solltest du deine Bewerbungsunterlagen als PDF-Datei einreichen. Dafür gibt es gute Gründe:

  • Formatierung bleibt erhalten: PDFs sehen auf jedem Gerät, in jedem Betriebssystem und mit jeder Software gleich aus. Eine Word-Datei kann in LibreOffice oder auf einem Mac anders dargestellt werden — DIN-5008-konforme Abstände verschoben, Schriften nicht geladen, Tabellen verrutscht.
  • Professionellerer Eindruck: PDF signalisiert Sorgfalt und Abschluss. Eine Word-Datei wirkt manchmal wie ein Entwurf.
  • Nicht versehentlich editierbar: PDFs können zwar bearbeitet werden, aber niemand macht das versehentlich — bei Word-Dateien können Korrekturen und Kommentare mit eingeschickt werden.

Word wird gefordert

Es gibt Situationen, in denen Word explizit verlangt wird — vor allem bei Arbeitsvermittlern, Zeitarbeitsfirmen oder bei Stellenportalen, die Lebensläufe automatisiert verarbeiten. Wenn die Stellenausschreibung oder das System eine Word-Datei fordert, lieferst du Word. Punkt.

Empfehlung für die Praxis

Erstelle dein Anschreiben in Word (oder Google Docs / LibreOffice) und exportiere es als PDF, bevor du es abschickst. So hast du beides: eine bearbeitbare Version für Anpassungen und eine saubere PDF für die Bewerbung. Überprüfe die PDF nach dem Export kurz auf Darstellungsfehler.

Interne Links: Weitere Artikel zum Thema Bewerbung

Du möchtest deine Bewerbung noch weiter verbessern? Diese Artikel helfen dir dabei:

8 häufige Fragen zum Anschreiben (FAQ)

Gehört ein Foto ins Anschreiben?

Nein. Das Bewerbungsfoto gehört in den Lebenslauf — oben rechts, wenn du es verwendest. Im Anschreiben hat ein Foto nichts zu suchen. In Deutschland ist die Verwendung eines Fotos in Bewerbungen freiwillig; du bist nicht verpflichtet, eines einzureichen.

Wo steht das Datum im Anschreiben?

Das Datum steht gemäß DIN 5008-2020 rechtsbündig im oberen Bereich des Anschreibens, unterhalb des Briefkopfes und vor der Empfängeradresse — oder alternativ rechtsbündig nach der Empfängeradresse. Es wird vollständig ausgeschrieben: „19. April 2026", nicht „19.04.26" oder „19/04/2026".

Darf die Unterschrift digital sein?

Ja. Bei einer digitalen Bewerbung ist eine eingescannte oder digitale Unterschrift akzeptabel. Du kannst deine Unterschrift auf weißem Papier schreiben, einscannen und als Bilddatei in dein Anschreiben einfügen. Bei E-Mail-Bewerbungen genügt oft auch die Nennung deines vollständigen Namens am Ende — eine eingescannte Unterschrift macht aber einen professionelleren Eindruck.

Können Anschreiben und Lebenslauf in einer Datei sein?

Ja, das ist sogar empfohlen. Wenn kein Online-Formular verwendet wird, schickst du idealerweise eine einzige PDF-Datei, die Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse enthält — in dieser Reihenfolge. Das ist übersichtlicher und stellt sicher, dass nichts verloren geht.

Wie lang sollte das Anschreiben maximal sein?

Eine DIN-A4-Seite. Das entspricht ungefähr 250 bis 400 Wörtern, abhängig von Schriftgröße und Abständen. Ausnahmen gelten nur für akademische Bewerbungen oder wenn explizit ein längeres Motivationsschreiben verlangt wird.

Muss ich einen Betreff verwenden?

Ja, der Betreff ist Pflicht. Er steht fettgedruckt zwischen Empfängeradresse und Anrede. Er enthält die Stellenbezeichnung, ggf. die Kennziffer der Ausschreibung und das Datum der Ausschreibung. Das Wort „Betreff:" wird nach DIN 5008 nicht mehr vorangestellt.

Was tue ich, wenn ich keinen Ansprechpartner kenne?

Dann verwendest du „Sehr geehrte Damen und Herren," — das ist der korrekte Standard nach DIN 5008 wenn keine Person bekannt ist. Besser ist es aber, die zuständige Person vorher zu recherchieren: auf der Unternehmenswebsite, in der Stellenanzeige oder über einen kurzen Anruf in der Personalabteilung.

Kann ich ein Anschreiben für mehrere Stellen verwenden?

Nein — zumindest nicht ohne Anpassung. Jedes Anschreiben muss auf das konkrete Unternehmen und die konkrete Stelle zugeschnitten sein. Ein Standardanschreiben ohne spezifischen Bezug fällt Personalverantwortlichen sofort auf. Eine gute Bewerbungsvorlage kann dir den Grundrahmen liefern, aber Motivation, Bezug auf das Unternehmen und die passenden Qualifikationsbeispiele müssen für jede Stelle neu formuliert werden.

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